Burnout & Suizidgedanken: Caros & Pauls schwerste gemeinsame Zeit
Shownotes
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Diesmal sprechen Caro und Paul über eine Zeit, in der nichts mehr ging. Der Druck im Job, die hohen Ansprüche an sich selbst und das ständige Funktionieren haben dazu geführt, dass Paul in ein Burnout gerutscht ist. Er erzählt, wie er es lange verdrängt hat und schließlich an einen Punkt kam, an dem er nicht mehr leben wollte und nur sein Sohn und Caro ihm geholfen haben, den Weg zurück ins Leben zu finden. Auch Caro teilt offen, wie erschöpfend und überfordernd diese extreme Zeit für sie als Partnerin war und warum es Menschen oft so schwer fällt, sich Hilfe zu holen und die eigene Schwäche einzugestehen, obwohl genau das so wichtig ist.
Ein Gespräch über Zusammenhalt, Hoffnung und den Mut, ehrlich zu sich selbst zu sein.
⚠️ Triggerwarnung: Diese Episode enthält Themen wie Depression, Burnout und Suizidgedanken. Wenn dich solche Inhalte belasten könnten, hör die Folge bitte nur, wenn du dich sicher fühlst oder mit jemanden zusammen.
Hilfe & Unterstützung: Telefonseelsorge – 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 Hilfetelefon Depression – 0800 334 4533 Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen – 08000 116 016 Hilfetelefon Gewalt an Männern – 0800 123 9900
Weitere Anlaufstellen: www.telefonseelsorge.de www.deutsche-depressionshilfe.de
Du bist nicht allein. 💛
Transkript anzeigen
00:00:03: Prost.
00:00:03: Jetzt
00:00:04: geht's
00:00:04: los.
00:00:05: Nächste Folge im Kopf unterwegs.
00:00:08: Und das ist immer noch Prost, ne?
00:00:10: Wir sagen immer Prost.
00:00:11: Ich will wahrscheinlich immer eine Kaffeetasse in der Hand haben, hatte ich in der ersten Folge auch.
00:00:14: Vielleicht
00:00:14: überlegen wir uns, wenn es irgendwie was pappiges, weißt du so, BAM, hier sehen wir oder so.
00:00:22: Wie soll das aussehen?
00:00:24: BAM, das sehen wir, BAM.
00:00:26: Nein.
00:00:29: Doch, aber jetzt liegen wir einfach los,
00:00:31: oder?
00:00:34: Wir legen jetzt los im Kopf unterwegs, in deinem Kopf
00:00:42: unterwegs.
00:00:44: Wir
00:00:44: sind relativ oft in deinem Kopf unterwegs
00:00:46: für mich.
00:00:47: Ich würde gerne noch mal der Krebsche reingucken.
00:00:49: Das ist auch einige Türchen.
00:00:51: Ich würde gerne noch mal ganz strukturiert in meinen Kopf gehen.
00:00:55: Aber heute sind wir tatsächlich wieder in deinem Kopf unterwegs.
00:00:59: Auch ein gutes, schwieriges Thema würde ich sagen.
00:01:03: Jo.
00:01:05: Burnout.
00:01:05: Burnout, ne?
00:01:07: Wie lange ist das jetzt her?
00:01:08: Wann war das noch mal?
00:01:09: Da
00:01:09: war der große ...
00:01:11: Zwei ... ... kann das sein?
00:01:13: Der war
00:01:13: zwei, oder?
00:01:14: Echt?
00:01:15: Noch länger zurück?
00:01:15: Ja,
00:01:16: ja, ja.
00:01:17: Der war zwei, drei, maximal.
00:01:19: Ach
00:01:19: doch, du hast recht.
00:01:20: Ich seh ihn noch vor mir.
00:01:21: Du hattest ihn auf den Arm.
00:01:22: Okay, der war klein.
00:01:24: Da war ich noch ganz genau.
00:01:25: Da saß ich da, genau da in diese Ecke.
00:01:29: Heulens bin ich zusammengebrochen.
00:01:32: Ja.
00:01:34: Also wir haben so ein paar schwere Momente in unserem gemeinsamen Leben gehabt und eines davon war dein Burnout.
00:01:40: Und sehr lange begleitet.
00:01:41: Was
00:01:42: auch gleichzeitig im Wendepunkt für mich war in meinem Leben.
00:01:44: Also eine der Wendepunkte oder mehr.
00:01:46: Ich
00:01:46: weiß aber gar nicht mehr.
00:01:47: Also ich weiß noch natürlich wie es dazu gekommen ist.
00:01:52: Also ich glaube du hattest doch damals die Firma gewechselt.
00:01:54: Wir sind nach Hamburg gezogen.
00:01:56: Und das war alles ziemlich tass, weil die dann auch noch viel gefahren ist.
00:01:59: Du hattest noch dein Online-Shop, dann kam ich ja von der Arbeit nach Hause.
00:02:04: Ganz vorne, erstens sind wir umgezogen.
00:02:08: Nach Hamburg umgezogen.
00:02:10: Wieder du kamst aus Hamburg, noch ich, noch hatten wir irgendwie Bezug zu Hamburg.
00:02:14: Wir haben aus der Ferne die Wohnung gesucht.
00:02:17: Ich hab die Firma gewechselt und gleichzeitig hat zu damals ein Online-Shop aufgebaut.
00:02:23: So, das war die Anfangszeit.
00:02:24: Und da war natürlich alles zusammen.
00:02:26: Neu Job, ne?
00:02:28: Neue Umgebung.
00:02:29: und aber ich bin mir ganz sicher heute, dass das war im Endeffekt ja nur so die Endphase, was mir den Rest gegeben hat.
00:02:37: Aber also kannst du, also ich bin ja die, die darauf guckt und das Resultat Burnout sieht.
00:02:45: Natürlich.
00:02:46: sind wir da vor, wir leben zusammen, wir sind verheiratet und verbringen unseren Alltag zusammen.
00:02:50: Du hast in der Zeit aber auch Montag bis Freitag immer viel gearbeitet, war es teilweise nicht da.
00:02:55: Also ich glaube, da sind auch viele Anzeichen passiert, die ich vielleicht auch gar nicht gesehen habe.
00:03:00: Also mein Endresultat ist die eine Situation, wo ich es dann, das können wir gleich nochmal sagen, wo ich es dann gesehen habe.
00:03:08: Aber kannst du rückblickend für dich sagen, wie lange das vorher schon ging?
00:03:12: Also, das kannst du für dich sagen, da gab es schon ein Jahr vorher diese Situation, dann gab es das, dann gab es das.
00:03:17: Es gab mehrere Anzeichen.
00:03:19: Ich glaube, das ist auch das Problem von Leuten.
00:03:22: Und ich kann nur darüber sprechen, weil ich selber in Situationen war.
00:03:25: Ich find's immer schwierig, wenn man darüber redet, aber man selber nie irgendwie da gewesen ist.
00:03:29: Wie in der Geburt.
00:03:29: Ich kann nicht über eine Geburt sprechen.
00:03:31: Wenn du meine Hand gehatt... Nein, ich
00:03:34: hab sie dir zerquetscht.
00:03:35: wenn man selber diesen Prozess nicht gemacht hat.
00:03:38: Es gab natürlich schon viele Anzeichen vorher, wo man selber gar nicht hinhört, weil man sagt, mein Gott, was soll das?
00:03:48: Man guckt drüber weg oder man nimmt das gar nicht so richtig ernst.
00:03:52: Und das sind so Momente gewesen, wie, wunderschön, von dieser Erschöpfung, was man dauerhaft hatte.
00:03:58: So Pips in dem Ohr zum Beispiel.
00:04:00: Das ist so, was ist das denn jetzt?
00:04:03: Denkst du, das kann irgendwie Kältung sein oder was auch immer.
00:04:06: Und dann machst du einfach weiter.
00:04:09: Aber das ist ... Ich glaube, bis man da hinkommt, und das ist mein Resultat natürlich, wenn man all die Jahre zurückblickt, das hat so etwas fängt ganz, ganz früher an.
00:04:19: Und ich glaube, ich muss ein bisschen ausholen, wie ich überhaupt dahin gekommen bin.
00:04:23: Aber ich glaube, das ist so viel, viel wichtiger.
00:04:28: Unabhängig davon, dass ich glaube, dass jeder Mensch irgendwie dafür anfällig ist.
00:04:31: Wir haben das ja nicht vergessen, wir sind ja in den Jahr Deutschland gekommen.
00:04:36: Über meine Kindheit haben wir schon in der erste Folge mal ein bisschen drüber gesprochen.
00:04:42: Als Sandwich-Kind war ich ja immer irgendwie dazwischen und immer angetrieben, besser zu sein als alles andere, weil ich wollte, aber du willst ja auch gesehen werden.
00:04:50: Du bist ja die große Schwester, irgendwie sportlich sehr erfolgreich damals.
00:04:55: Und dann eine kleine Schwester, die natürlich irgendwie total aufmerksam bekommt und dann bist du irgendwie dazwischen.
00:05:02: Ich glaube, es gibt viele Sandwich-Kinder so.
00:05:04: dann willst du auch gesehen werden.
00:05:07: Und das, glaube ich, so fängt das bei mir an, immer dieses Mehrmachen zu wollen, also Denken mehr machen zu müssen, um gesehen zu werden.
00:05:17: Und das ging natürlich als, dass wir wieder Deutschland gekommen sind.
00:05:21: Das ist ein sehr gutes Beispiel.
00:05:24: Du kommst in der Schule und jetzt nach und nach betratst du total hart.
00:05:30: Ich weiß nur ganz genau, wie die... Ich habe ja... Die Berufsvorbereitungsjahr gemacht, um überhaupt irgendwie Deutsch zu lernen.
00:05:38: Und dann waren sehr viele Menschen mit Migrationshintergrund dabei, aber auch viele hier geboren sind, die einfach, ich sag mal, einen ganz anderen Wissenstand hatten.
00:05:49: Und die Lehrerin, werde ich nie vergessen, hat sie so gefragt, was ihr machen wollt, danach nach diesem ein Jahr Berufsvorbereitungsjahr, da habe ich gesagt, ich würde gerne auf diese Schule meine Mittelreife machen und dann an der Ausbildung dann studieren.
00:06:04: Und dann hat sie vor der ganze Klasse gelacht, also mich ausgelacht mehr oder weniger und gesagt, träumen weiter, also mehr als Müllmann wirst du nicht werden.
00:06:13: Und das sind so... Ich glaube immer wieder solche Momente.
00:06:16: Du meinst,
00:06:16: das kann der Grundstein in einem Leben sein?
00:06:20: Ich glaube
00:06:20: unter anderem.
00:06:21: Ja, unter anderem.
00:06:22: Wenn andere Menschen versuchen, ob das ihre Unsicherheiten sind oder dir als andere Menschen nichts gönnen, versuchen dich irgendwie unterzumachen, also unterzubottern, niederzumachen oder dich einfach schlecht zu machen, wo die sich gar nicht dabei denken.
00:06:42: In manchen löst es vielleicht was aus, so wie bei mir, in manchen löst es gar nix aus.
00:06:45: Ja gut, das habe ich immer die Frage, was es auslöst.
00:06:47: Ich glaube, bei dir hat es einen absoluten Ehrgeiz ausgelöst, oder?
00:06:50: Ja, natürlich.
00:06:51: Der auch über Grenzen ging.
00:06:52: Genau, ich war ja sowieso immer in dieser Schiene mehr machen zu müssen, um überhaupt gesehen zu werden von der eigenen Eltern.
00:06:58: Ich bräuchte gar nicht mal einen Umfeld, sondern von den eigenen Eltern.
00:07:00: Und dann kommst du in ein fremdes Land, wo du natürlich sowieso erst mal dich hinten anstellen musst.
00:07:05: Und dann kriegst du vor der ganzen Klasse sowas gesagt, dass du eigentlich gar nicht schaffst.
00:07:11: Also dass du eigentlich nichts wert bist.
00:07:12: Also das war so meine Interpretation davon.
00:07:15: Und das ist was natürlich in mir drin, so diesen inneren Antrieb geweckt wurde, noch zusätzlich auch hier mich beweisen zu müssen.
00:07:23: Nicht nur zu Hause, sondern auch hier beweisen zu müssen.
00:07:25: Und dann fängst du natürlich an, immer mehr zu tun.
00:07:28: Also mehr als du vielleicht tun würdest in unserem Alter, ne?
00:07:31: Ja,
00:07:31: ich kenne dich ja auch so.
00:07:32: Also ich hab dich ja so kennengelernt.
00:07:34: Genau.
00:07:34: Immer ehrgeizig, immer so kurzformen.
00:07:40: Es wird der Grundstein gewesen sein, aber ich hab dich nie am Limit empfunden.
00:07:45: Also so hab ich's nie.
00:07:47: Weil das kann man gut verstecken.
00:07:48: Ja, wahrscheinlich.
00:07:49: Und weil ich dich auch so kennengelernt hab, hab ich das wahrscheinlich auch in den ersten Jahren gar nicht hinterfragt.
00:07:55: Aber das ist genau die Gefahr.
00:07:56: Das ist die Gefahr bei, vermute ich mal, bei den meisten Menschen, die irgendwann mal genau da landen, wo ich auch war, vor einiger Jahren, weil man ... den anderen das gar nicht zeigt.
00:08:07: Also man ist guter, die Dinge zu verbergen und die Dinge einfach so wegzuwischen, indem man den anderen diesen Eindruck vermittelt, hey, das macht mir nichts aus.
00:08:18: Wenn du willst, kannst du mir noch mehr geben oder noch mehr tun, um diese Anerkennung zu bekommen.
00:08:22: Eigentlich geht es immer nur, oder ging es bei mir, ich spreche nicht allgemein, sondern bei mir ging es immer nur um Anerkennung.
00:08:27: um diese Anerkennung zu bekommen.
00:08:29: Und das ist immer mal so eine Sucht.
00:08:31: Es klingt doof, als ich sage, das ist wie eine Sucht.
00:08:34: Aber irgendwann wird das natürlich dieses Gefühl, dass die Leute, die ... irgendwie gut zusprechen.
00:08:43: und sie haben mich toll gemacht und das hat mich auch immer begleitet, ob das sportlich war oder ob das jetzt in der Schule war.
00:08:50: Du kennst ja mal Werdegang, ne?
00:08:51: Ich habe mit vierzehn nicht ein Wort Deutsch gesprochen und ich habe dann trotzdem erstmal meinen Hauptschlapsschluss nachgeholt, dann mit der Reife, dann habe ich eine Ausbildung gemacht und dann studiert.
00:09:04: Aber auch nur aus dem Antrieb heraus immer besser zu sein als der andere.
00:09:08: Aber ich glaube nicht, dass ich so geboren wurde.
00:09:09: Also ich glaube nicht, dass ein Mensch geboren wird.
00:09:11: Also kann sein, aber ich
00:09:13: weiß nicht.
00:09:14: Ja, ich glaube schon, dass bestimmte Charakterzüge einem schon irgendwie so ein bisschen mitgegeben sind.
00:09:18: Aber ich glaube, wenn dann nochmal so der richtige Spaten in die Wunde sticht, dann wird das natürlich auch noch mal ein bisschen krasser.
00:09:25: Also du bist einfach, glaube ich, schon immer ein angetriebener Mensch gewesen.
00:09:29: Aber ich glaube... Durch den Verlauf deiner Kindheit und deiner Jugend, dass da immer wieder so einer noch mal zusticht, wurde das natürlich extrem herausgefordert.
00:09:41: So empfinde ich es.
00:09:43: Ja, doch, ist so.
00:09:43: Das ist Warmende.
00:09:44: Ich kann ja nicht überfall gemeinen, weil ich bin ja kein Fachexpert, ich kann was meiner persönliche Erfahrung sagen, dass es bei mir immer wieder genau das gewesen ist, dass mein Unfeld, also, Unfeld spricht.
00:09:56: ja, wir sind ja selber Eltern.
00:10:00: Manchmal kriegen unsere Kinder tatsächlich, man kann ja nie genug kriegen, aber die kriegen schon sehr viel Zuspruch von uns.
00:10:07: Egal, was sie tun, sagen wir beide.
00:10:08: Wow, super gemacht, ein Klasse.
00:10:12: Okay, war jetzt nicht so.
00:10:14: Aber das ist, was auch ich als Kind gebraucht hätte.
00:10:20: Das habe ich nie gekriegt.
00:10:21: Egal, was ich gemacht habe, egal, wie ich geglänzt habe, in der Schule, sportlich oder sonstiges.
00:10:27: Es hat nie einen interessiert.
00:10:28: Im Gegenteil, also wenn man jemand gar nicht interessiert und nicht sagt, ist ja auch nichts nicht gut, aber es ist trotzdem irgendwie anders, als wenn du dann noch zu dir sagst, so gut war es auch immer wieder nicht.
00:10:39: Oder das, was du tust, noch schlechter macht.
00:10:42: Also, die das Gefühl gibt, schlecht zu sein.
00:10:45: Weil dieses Gefühl schlecht zu sein, das ist im Endeffekt was einem, also mich persönlich, natürlich ist das ein Charakter zu, was mich persönlich immer wieder auf der einen Seite sehr stark beschäftigt hat als Kind.
00:10:56: Aber auch gleichzeitig immer wieder diesen Antrieb genommen und gegeben hat, noch besser zu sein.
00:11:03: Weil eigentlich, was wollen wir Menschen?
00:11:05: Was wollte ich als Kind?
00:11:06: Was wollen unsere Kinder?
00:11:07: Ich denke mal, das geht dir genauso.
00:11:09: Du willst... Anerkennung bekommen.
00:11:11: Gesehen
00:11:11: werden.
00:11:11: Gesehen werden.
00:11:12: Anerkennung bekommen.
00:11:13: Egal, was du tust.
00:11:14: Du willst Anerkennung haben.
00:11:16: Du willst ja auch genug Anerkennung haben.
00:11:17: Du hast gespült.
00:11:18: Dann soll ich applaudieren.
00:11:19: Du hast die Wäsche gemacht.
00:11:20: Die soll supermaus.
00:11:23: Ich
00:11:23: übrigens auch den Ball kann ich zurück spielen.
00:11:28: Stimmt.
00:11:30: Nein, aber das ist so.
00:11:30: Wir wollen, wenn wir diese Anerkennung haben.
00:11:34: Und wenn du das nicht bekommst.
00:11:36: Es geht ja gar nicht, welche Maß es geht.
00:11:38: Es kann auch zu viel sein, kann auch zu wenig sein.
00:11:40: Aber wenn du gar nix bekommst und dann trotzdem noch zusätzlich, ich sag mal, noch niedergemacht wirst, das war für mich, sprich jetzt nur für mich, hat mir diesen Antrieb gegeben, immer besser zu sein als die anderen, ob das immer gereicht hat, das ist eine andere Sache.
00:11:55: Aber das ist dieses schleichende Prozess.
00:12:00: was mich durchaus mein ganzes Leben begleitet hat, immer diese Druckmarsch.
00:12:04: Ich hatte immer Druck.
00:12:07: Und das fing schon eigentlich und früh an, auch diese sportlichen Druck genauso.
00:12:12: Ja, ich
00:12:12: wollte sagen, du hast ja auch deine Sportlechelart gemacht.
00:12:13: Ja, vor allem
00:12:13: die sportlichen Druck, gesellschaftlichen Druck, natürlich aufgrund dessen, dass ich ja auch vom Woanders her komme.
00:12:22: Du kennst ja das Beispiel, als ich in dieser Hauptschule, besagten Hauptschulen am Anfang gekommen bin, überhaupt euch zu lernen.
00:12:29: war das erste, was Kinder mich gefragt haben und Kinder können draußen sein, wissen wir beide, haben mich gefragt, ich muss dir vorstellen, du bist neu in so einer Klasse, du kennst die Leute nicht, andere Kultur, andere Sprache.
00:12:41: und dann stellt sich eine hin und sagt, für die ganze Klasse ist deine Schwester noch, ich weiß nicht, ob sie überhaupt senden darf, pieten, Jungfrau, ne?
00:12:51: Dann denkst du dir, wow, coole Frage.
00:12:53: Und ich wollte natürlich beantworten.
00:12:55: Ich wollte natürlich irgendwie cool sein und sagen, ey, komm, damit kannst du mich nicht kriegen.
00:12:59: Hab dann natürlich irgendwie im Wörterbuch nachgeguckt.
00:13:01: Und ich sag, jung, jung, ja, gut, okay, jung.
00:13:04: Und dann guck ich Frau, junge Frau.
00:13:07: Ich sag, ja, klar.
00:13:08: Und das hat natürlich ... Ein Gelächter ausgelacht in dieser Klasse, wo ich nicht wusste, also ich weiß nicht, ob man sich in dieses Gefühl reinversetzen kann, wenn die ganze Klasse dich auslacht, aber du nicht verstehst, warum.
00:13:22: Erstens, weil du nichts verstandert, außer diesem Wort ist deine Schwester Jungfrau und dann warst die dann so zwischendurch die Schrufen, wenn dich auslachen und du für dich saßst.
00:13:31: Eigentlich war das richtig.
00:13:32: Eine junge Frau.
00:13:33: Wieso lache die?
00:13:34: Die sind endlich in die Banane.
00:13:37: Das war ja wieder Druck, wieder deinen Antrieb, diese Sprache zu lernen.
00:13:41: Und du bist nach Deutschland gekommen, als du, ich glaube, vierzehn warst.
00:13:48: Ja, manchmal hört man.
00:13:49: Ganz selten.
00:13:51: Ich finde,
00:13:51: es sind manchmal so kleine grammatikalische Sachen, aber das hat auch jemand, der hier geboren ist.
00:13:55: Da kann ich dich schwer beruhigen.
00:13:57: Kann ich damit leben.
00:13:58: Kannst damit leben.
00:13:59: Also, du meinst, das ging schon, den Druck hattest du schon ganz lange und geendet.
00:14:04: ist es dann, so wie man immer nicht denkt.
00:14:06: Ich finde, man ist ja immer so burnered.
00:14:08: Das ist dann wie eine Fehlgeburt, wo man denkt, das betrifft alle anderen.
00:14:12: Nur mir wird das nie passieren.
00:14:15: Also, das kann einfach nicht passieren.
00:14:16: Ich bin davon ausgenommen aus der Nummer.
00:14:18: So war ich auch unterwegs.
00:14:19: Ja, genau.
00:14:19: Also, jetzt rückblickend.
00:14:21: Also, ich glaube, dieser schlimmste Moment ... Wir wollten eigentlich nicht, ne?
00:14:29: Sollte eigentlich gleiches Thema.
00:14:31: Eigentlich wollen wir das ganz leicht besprechen.
00:14:33: Aber ich sehe es vor mir.
00:14:35: Du solltest nach China reisen, das weiß ich noch.
00:14:37: Ja.
00:14:38: Und du saßt weinend wie ein kleines Kind.
00:14:41: Ich glaube, ich habe dich in unseren zwei Jahrzehnten nie wieder so weinsehen.
00:14:48: Du hast gesagt, du kannst nicht fliegen.
00:14:51: Ja.
00:14:53: So, und ich glaube, das war ... Ich glaube, das war die Spitze des Eisbergs für mein Empfinden.
00:15:00: Ich bin nun nicht so zusammengebrochen wie da.
00:15:02: Ich glaube, dann war es für dich auch die Spitze des Eisbergs.
00:15:05: Und ich weiß noch, dass das ein ganz krasser Change war.
00:15:09: Du bist dann da geblieben, bist nicht geflogen und ab da war irgendwie alles anders.
00:15:16: Nicht zwischen uns, aber... Das Leben war irgendwie anders ab da.
00:15:21: Ich kann das gar nicht so beschreiben.
00:15:25: Ich fand, diese Spitze des Eisbergs hat dich ganz plötzlich sehr sortiert wirken lassen, weil du sofort gesagt hast, okay, bis hierhin und nicht weiter.
00:15:35: Also das weiß ich
00:15:36: noch.
00:15:36: Trotzdem, ein paar Tage dauert, bis ich überhaupt klar kam in der Situation und wir dürfen nicht vergessen, diese Zusammenprofer natürlich dieser... Der Pick, wo wir beide gesagt haben, ich war gar nicht in der Lage, was zu sagen, das weiß ich ja ganz genau, sondern eher, dass du gesagt hast, okay, jetzt ist Zeit, was zu tun.
00:15:54: Zumal er auch vorher Anzeichen gegeben hat, wie zum Beispiel damals oder mehrmals in der S-Bahn in Berlin, wo ich einfach rausgegangen bin, also rausgerannt aus der S-Bahn, weil ich diese Panikartage hatten.
00:16:06: Ja, ich glaube, du hattest es auch einmal im Auto auf der Autobahn.
00:16:09: Ich weiß, hast du mich angerufen und musst es einfach anhalten?
00:16:11: Ich
00:16:11: muss anhalten, weil ich hab gesagt, ich... Weil es
00:16:12: nicht mehr ging.
00:16:13: Genau, das ist ein Gefühl, da denkst du, du sterbst jetzt, du kriegst keine Luft, du sterbst und dein Kopf, das kann man gar nicht beschreiben, wenn man nicht in der Station ist.
00:16:22: Eigentlich sagst du, ich will jetzt Schluss machen.
00:16:24: Und das ist, man hört ja immer wieder, ja, die Menschen haben keinen Auswahl gefunden und die haben sich irgendwie, die haben das Leben beendet.
00:16:33: Wenn man in der Situation ist... oder gewesen ist.
00:16:36: Ich kann diesen Zustand verstehen, weil du willst nicht mehr.
00:16:40: Du willst es stoppen.
00:16:42: Ich kann gar nicht beschreiben.
00:16:44: Ich glaube, am besten trifft es die Aussage, dass wir in der Zeit nicht ein Messer in deinem Sichtfeld hier in der Küche hatten.
00:16:52: Das
00:16:52: war der Wunsch, mein Wunsch, alles, was so Messer ist, Schere oder sonstiges.
00:16:58: Und das war schon sehr krass.
00:17:06: Erzähl
00:17:07: sich, trink Kaffee,
00:17:09: okay?
00:17:10: Das war schon krass, weil ... Wenn man vorher so stark ist, oder man versucht immer stark zu sein, und immer denkt, mich kann das, mir kann niemand was.
00:17:20: Und ich hab wirklich bis dahin immer viel geschafft.
00:17:23: Also wirklich viel geschafft, ich war immer stolz auf mich, mir kann das nicht passieren, dass du an den Punkt kommst hast, du sagst, ich will nicht mehr.
00:17:30: Ich will nicht mehr leben.
00:17:32: Weil jede Atemzug und jedes Aufstehen, jede Bewegung, die man macht, das war einfach nur eine Last.
00:17:39: Das war wirklich einfach nur Last.
00:17:41: und ich bin mir ganz sicher, wenn man, also ich spreche es nur für mich, wenn man das Umfeld nicht hat, so wie ich hatte, dich und Noah, dann macht man Schluss.
00:17:54: Weil das Problem ist ja, was ich auch hatte ist, sich zu öffnen, also um Vorfall sich zu öffnen, um überhaupt das zu erkennen.
00:18:01: Also erstmal zu erkennen, dass ich mich verrenne, dass ich einfach nicht mehr kann, dass ich einfach erschöpft bin, dass ich einfach Unterstützung brauche.
00:18:10: Und diese Erkenntnis kriegt man selber nicht, weil wir wollen, wenn man so stark sein möchte.
00:18:16: Man denkt immer, ich krieg das alles gelöst und man will auch keine Schwäche zu geben.
00:18:19: Weil Schwäche zu geben würde es bedeuten.
00:18:22: Ja, wieder zurückzugehen, zu sagen, stimmt die Menschen, die immer all die Jahre gesagt haben, du willst nix zu nix bringen, du tauchst nicht, du bist schlecht, dann würdest du in diesem Moment all den Menschen recht geben.
00:18:36: Also war das keine Option?
00:18:37: Das ist keine Option.
00:18:38: Wie gesagt, ich breche immer nur für mich und das war keine Option.
00:18:41: Also du sagst, du musst weitergehen, du musst weitermachen.
00:18:44: Aber weitermachen bedeutet, dass du alles, was du tust, immer weitermachst.
00:18:50: Weil du endest ja nichts, weil wenn du was ändern würdest, dann bist du nicht komplett... Also machst du weiter und kommt irgendwann mal genau da an dem Punkt, wo ich hier gewesen bin.
00:19:02: Das war für mich auch... Ich kann dieses Gefühl gar nicht beschreiben.
00:19:08: Ich weiß noch, wie ich zusammengesagt bin.
00:19:10: Und meine Worte waren, wenn ich ein Flieger steige, sterbe ich.
00:19:14: Ja, das weiß ich noch.
00:19:17: Und das... Dass man in den Kopf hat, dass man stirbt, wenn man in den Flieger steigt, ist schon krass.
00:19:24: Und die Signale, du hast immer gesagt, die Signale waren ja immer da.
00:19:29: Also diese Schöpfung.
00:19:30: Der Mensch
00:19:31: ignoriert sich einfach so lange, bis es zu spät ist.
00:19:33: Ich hab
00:19:33: teilweise mit Menschen gesprochen, die man kannte.
00:19:35: Und das ist wie Bubble.
00:19:40: Das ist wirklich so.
00:19:41: Du hörst nur ... Und du guckst ihn an oder die Person an und sagst, was ist denn jetzt los?
00:19:50: Und kann sich noch daran erinnern, wo ich dann diese besagte Urstütz hatte und dieses Gespräch, diese Mitarbeitergespräch damals in Berlin bandet habe, weil ich habe nichts mehr verstanden und mir hat alles gepiepst hier rechts und links.
00:20:04: Ich habe gedacht, irgendwie, ich bin krank oder sonstiger, so war ich in der Notaufnahme in Berlin.
00:20:09: Die haben mich untersucht.
00:20:11: Und die Aussage waren nach zwei Stunden, die sind kerngesund.
00:20:16: Ich glaube, sie haben ein anderes Thema.
00:20:18: Ja, und dann denkst du eher, wie ein anderes Thema.
00:20:21: Wir haben ja damals telefoniert und sagten, ich bin kerngesund.
00:20:26: Aber ich hatte erst mal den Arzt gar nicht geglaubt.
00:20:28: Ich dachte, der wollte mich gar nicht behandeln, obwohl das Notaufnahme war.
00:20:32: Der hat gesagt, ich glaube, sie haben zu viel Stress, die sollen sie an andere Arzt aussuchen.
00:20:37: Und das war auch so ein Punkt, wo eigentlich ... selber wusste, okay, irgendwie brauchst du Hilfe.
00:20:45: Aber Hilfe anzunehmen, hätte es für mich bedeutet, in dem Moment auch Schwäche zuzugeben.
00:20:52: Und du überlegst so das ganze Konstrukt, was du aufgebaut hast über die Jahre.
00:20:58: Das wird zusammenbrechen.
00:20:59: Weil du bist nicht mehr her der Lage.
00:21:01: Du musst im Endeffekt die komplette Kontrolle abgeben.
00:21:05: Und ich glaube, diese Kontrolleverlust für mich war das das Größte, weil solange ich die Dinge kontrollieren konnte.
00:21:11: konnte ich mal über die Sache stehen und jeden, der mir Dinge nicht zugetraut hat oder nicht an mich geglaubt hat, zeigen, dass er Unrecht hat.
00:21:22: Und das ist im Moment ... Also, ich hab ihn erkannt, also ganz zum Schluss erkannt, aber es ist schwer, das anzunehmen und zu zugeben.
00:21:32: Und für mich die größte oder eigentlich das größte Glück war, dass du da warst.
00:21:43: Das war eigentlich das, was mich am Leben ließ.
00:21:50: Ist das irgendwie auch zu hart gesagt?
00:21:51: Ein
00:21:51: Grund zu kämpfen?
00:21:52: Ein
00:21:52: Grund zu kämpfen, genau.
00:21:57: Wenn ich an diese Zeit denke, das ist wie so eine Glocke, die über uns schwebt über diese Zeit.
00:22:02: Ich kann das gar nicht beschreiben.
00:22:06: Das war für mich
00:22:07: so eine Luftblase.
00:22:10: Alles, was ich aus dieser Zeit ... Du warst ja dann auch in Behandlung und hast das auch angenommen und hast auch von dir aus gesagt, ich gehe da hin und ich lass mir helfen.
00:22:20: Und wenn derjenige ihm meint, dass ich eine Tablette brauche, dann nehme ich eine Tablette.
00:22:23: Also das ist wirklich so ... ...
00:22:24: so
00:22:25: hundertfünfzig Prozent angenommen.
00:22:27: Aber alles?
00:22:28: Nein.
00:22:28: Ja?
00:22:29: Du ... ... und nur mir wichtig waren.
00:22:33: Ja.
00:22:35: Wer das nicht gewesen, ich spreche wie gesagt nur aus meiner Sicht, wer das nicht gewesen, dann ist, glaube ich, so ein Schritt, Hilfe anzunehmen.
00:22:42: Und zuzulassen, dass man hier hilft.
00:22:45: Und
00:22:45: ich glaube auch zu sehen, also ich glaube, wenn man jemand an seiner Seite hat oder Familie hat, glaube ich, hat man trotzdem auch immer noch zwischendurch diese Momente, wo du siehst, das Leben muss doch aber lebenswert sein.
00:22:58: Genau, aber in dem Moment ist
00:23:00: gar nichts.
00:23:00: Und
00:23:01: wenn du alleine bist, das ist... Egal, was du tust in dem Moment, ob das Geschenke sind, Reisen, egal, was es ist, das ist ...
00:23:10: Nichts
00:23:11: wert.
00:23:12: Du entfindest nichts.
00:23:13: Das kann man gar nicht beschreiben.
00:23:15: Ich bin immer jemandem gewesen, der sehr fühlsam war.
00:23:18: Jetzt bin ich wieder fühlsam, oder?
00:23:21: Bisschen.
00:23:21: Das
00:23:21: feucht der Augen.
00:23:23: Ein bisschen fühlsam.
00:23:26: Nein, aber ich bin, so würde ich mich beschreiben, sehr empathisch.
00:23:29: Und diese Empathie war weg.
00:23:32: Also du hast nichts mehr gefunden.
00:23:33: Wieder Freude, noch Trauer, noch irgendwas.
00:23:36: Du bist wie ein Roboter, der einfach nur funktioniert, aber auch gar nicht anwesend ist.
00:23:41: Ich kann dieses Gefühl gar nicht beschreiben.
00:23:43: Du bist nicht anwesend.
00:23:45: Also du hast keine klare Gedanken, du hast gar nichts.
00:23:48: Und ich glaube ... Wenn man das richtige Umfeld nicht vorhanden ist, so wie bei mir damals, ist es schwierig daraus zu kommen.
00:24:00: Haben wir geschafft, ne?
00:24:04: Ja, wir haben es geschafft.
00:24:04: Aber das Thema ist ja nicht nur, dass wir geschafft haben, sondern das Thema ist ja, dass leider viele Menschen das nicht schaffen.
00:24:12: Oder auch nicht schaffen, nachhaltig was zu ändern.
00:24:15: Es ist ja auch ein gesellschaftliches Thema.
00:24:16: Das war damals auch so, wo mir dann trotzdem einen Negal war, weil ich gesagt habe, egal was andere Menschen denken.
00:24:22: Es gibt viele Menschen damals bei uns auch, es haben sich viele Menschen von mir distanziert, als sie gehört haben, dass ich hier irgendwie Burnout habe.
00:24:33: Manche denken, haben Angst, damit umzugehen.
00:24:36: Es ist ja keine Seuche, aber ich glaube, dass die meisten Menschen, so habe ich zumindest mal auf einem anderen Teil erfahren, dass die einfach selber Angst hatten, weil die nicht wussten, damit umzugehen.
00:24:46: Wie gehen die mit mir um?
00:24:48: Und man verliert oder man trennt sich an so eine Situation natürlich von vielen Menschen oder einigen Menschen, was glaube ich auch nicht verkehrt ist, weil wenn jemand hier in dem Moment keine Unterstützung anbieten kann oder kein Verständnis und gar nicht gut tot, wie oft habe ich gehört, der stelle ich mal nicht so an.
00:25:06: Tun Bernhard, ganz ehrlich, du bist immer so ein ganz starker.
00:25:08: Ja,
00:25:09: das ist halt das Bild, glaube ich, was man auch
00:25:11: vermittelt.
00:25:12: Genau, das ist ja das Bild.
00:25:13: Auf der einen Seite kann man den Leuten nicht übel nehmen, aber auf der anderen Seite ist trotzdem auch ein gesellschaftliches Thema damals auch gewesen bei mir, dass die Leute einfach das abgetan haben, so nach der Motto, Berner, was los mit dir, ja.
00:25:27: Und das ist auch schon ein Stück weit Angst, was man so hat in der Situation, das auch zuzugeben, weil die Leute einem auslachen oder wie ich vorhin distanzieren, was jetzt nachher in deinem Betrachtung gar nicht verkehrt ist.
00:25:37: Wenn man das macht, du hast gesagt, man ist sortiert oder ich bin sortiert, ja, bin ich.
00:25:42: Ich spreche es für mich.
00:25:44: das komplette Leben verändert.
00:25:46: Die Einstellung zum Leben, wenn man was genießen kann.
00:25:50: Und was ist wichtig, was ist unwichtig?
00:25:52: Das sind also Themen, die man dann selber für sich verändert.
00:25:58: Aber wir sind halt Menschen und Menschen, ich bin ja auch ein Mensch.
00:26:02: Wir fangen es an, die Dinge zu verändern, wenn wir in eine Situation drinnen stecken.
00:26:07: Wenn wir was ihr liebt haben.
00:26:09: Das ist ja so, du kannst ja ein Kind sagen, Fast die Herdblatte nicht an, da kannst du zehnmal sagen.
00:26:14: Da muss ich einmal die Finger verbrannt haben, dann ist ja bei uns hier Wachsen auch nicht mehr.
00:26:18: Es wird ja nicht besser, nur weil die Wachsen sind.
00:26:23: Wenn ich dir sage, putz hier morgen die Zähne mit der linken Hand und nicht mit der rechten Hand, dann sagst du, warum.
00:26:28: Da kann ich dir tausendmal erklären, warum das gut ist.
00:26:31: Du musst jetzt mal eine Erfahrung machen, warum das vielleicht besser ist.
00:26:34: Und man verändert natürlich schon viel in seinem Leben.
00:26:40: Aber das Ganze ist im Endeffekt ein Prozess.
00:26:43: Also ein Burnout kommt, und spreche wieder für mich.
00:26:47: Das kommt nicht von heute auf morgen.
00:26:48: Das ist ein langjähriger Prozess.
00:26:49: Die Menschen
00:26:50: sind sehr gut darin, das zu ignorieren.
00:26:52: Ich bin nicht der festen Mann.
00:26:55: Ich glaube, viele haben solche Anzeichen, ignorieren sie aber, wissen das nicht einzuordnen, glaube ich.
00:27:02: Und ich glaube, dass wir Menschen uns auch oft gar nicht darüber im Klaren sind, wie anfällig unsere Psyche eigentlich ist.
00:27:08: Immer mehr, immer mehr.
00:27:09: Immer
00:27:09: mehr, ja.
00:27:10: Durch gesellschaftliche Themen, durch Druck, immer höher, schneller, weiter.
00:27:15: Da sind alles Themen, die täglich auf uns einprasseln.
00:27:18: Diese ganzen Informationen zuflussend.
00:27:20: Früher hast du eine Zeitung gelesen.
00:27:22: Da war sie fertig, und dann hast du sie weggelegt.
00:27:24: Früher,
00:27:25: das hört sich so an als wäre ich schon fünfzig, bin ich dabei nicht.
00:27:30: Aber, ja, das wird es sein.
00:27:34: Es
00:27:34: prasselt auf uns ein, guck mal.
00:27:36: Ich weiß nicht, ich hab... Wenn wir uns heute Morgen darüber unterhalten, oder ich habe eben schon wie unterhalten, egal auf jeden Fall.
00:27:41: Weißt
00:27:41: du schon wieder, nicht mehr, siehst du?
00:27:42: Ich
00:27:42: weiß schon nicht mehr.
00:27:43: Gut, ich bin doch ein bisschen wälter.
00:27:46: Wir haben das Video gesehen,
00:27:49: dass
00:27:50: wir uns
00:27:50: nicht mehr in der Lage sind, uns zu langweilen.
00:27:53: Wir sind zu langweilen und darüber nachzudenken, was könnte ich was machen?
00:27:58: Oder
00:27:58: muss ich überhaupt was machen?
00:28:00: Genau.
00:28:00: Ideen entwickeln und was, weil wir das gar nicht machen.
00:28:02: Wir versuchen alle zwei Sekunden, wenn wir merken, ich weiß gar nicht, was machen soll, mein Handy raus und gucken einen sozialen Netzwerk oder was auch immer und lenken uns damit ab.
00:28:12: Und beschäftigen uns auf viel zu wenig mit uns selbst.
00:28:15: Und das, wenn man mich fragt, Unter anderem gendet haben, das können wir gleich nochmal
00:28:20: in den
00:28:21: Bonusteil.
00:28:22: Also wenn ihr da mehr darüber erfahren wollt, wie ich da rausgekommen bin, was ich für Schritte unternommen habe, dann schaut euch den Bonusteil an.
00:28:32: Das klären wir gleich nochmal.
00:28:35: Und jetzt habe ich den Faden verloren.
00:28:39: Ja, ich glaube, du wolltest unter dem Strich sagen, dass wir das gleich nochmal besprechen im Bonusteil, aber du letztendlich dass du es mit unserer Hilfe rausgeschafft hast.
00:28:51: Du bist wirklich gut rausgekommen aus diesem Börn.
00:28:54: Die Hilfe war am Ende des Tages.
00:28:57: Eure Anwiesenheit und eure Dasein.
00:29:02: Eure Dasein ist ja eine Anwiesenheit, weil man hat ja selber ein Ziel.
00:29:07: Ein Ziel beziehungsweise ist ja ein Ziel.
00:29:11: Ich habe das eigentlich ... Ich wollte dich ... Bis am lieben Sende, wir haben geheiratet, damit wir im Liem lang verheiratet sind und glücklich sind und natürlich noch.
00:29:26: Ja.
00:29:29: Okay.
00:29:31: Also, ich bin sehr, sehr froh, dass du hier bist.
00:29:36: Hast du hier
00:29:36: oder?
00:29:37: Nee, generell an meiner Seite, dass wir schon so viele Jahre und Jahrzehnte eigentlich miteinander rocken, trotz des Burnouts.
00:29:44: Zwanzig
00:29:44: Jahre,
00:29:45: ne?
00:29:45: Ja.
00:29:46: Aber es hat uns trotzdem auch gestärkt.
00:29:48: Das muss man echt sagen.
00:29:51: Ich glaube schon, dass einige Beziehungen in so einer Situation auch auseinandergehen.
00:29:55: Ja, das
00:29:56: vielleicht einfach nicht überleben, den Prozess nicht überleben.
00:29:58: Weil der Partner nicht damit umgehen kann.
00:30:02: Und jetzt haben wir diesen Podcast nicht besprochen.
00:30:05: Aber ist danach, nachdem du auf mich aufgepasst hast und mich betreut hast und nicht... an der Hand genommen hast, ist es auf dich übergegangen.
00:30:14: Nicht in der gleiche Form wie bei mir?
00:30:15: Nein, es ist anders, aber man sagt ja nicht umsonst.
00:30:18: Depressionen ist die ansteckendste Krankheit, die es gibt.
00:30:22: Tatsächlich, also dich dadurch zu begleiten, war... Ich würde das immer wieder machen, ohne Frage.
00:30:29: Wir sind ein Team, aber das war mit die härteste Zeit meines Lebens.
00:30:33: Also auch zurückblicken, wie viele Dinge, also wie sehr man sich zurücknehmen muss.
00:30:40: Und dann ja auch Will in dem Moment, weil ich dir ja helfen wollte.
00:30:43: Und wie viele Dinge plötzlich so wahnsinnig unwichtig werden.
00:30:48: Also das einfachste Beispiel, wir führen eine Beziehung.
00:30:52: Und das Unwichtigste in dieser Zeit war für uns Sex.
00:30:56: Wir hatten kein Sex in dieser Zeit.
00:31:00: Hätte ich das
00:31:01: gewusst.
00:31:03: Aber das sind so Dinge, die so unwichtig werden.
00:31:06: Und die keine Rolle spielen, was auch gar nicht schlimm ist, fand ich.
00:31:11: Wir hatten einen absolut anderen Fokus.
00:31:14: Man denkt ja auch gar nicht drüber nach.
00:31:18: War ja gar nicht präsent.
00:31:19: In meinem Schild war gar nicht präsent.
00:31:22: Du hattest ja auch eine leichte Reform.
00:31:25: Ja.
00:31:26: Natürlich, ich grade so auf dem Weg der Besserung, grade mal wieder klare
00:31:31: Gedanken.
00:31:33: Und dann ...
00:31:33: Hab ich gemerkt, dass bei mir ... Da bin ich aber relativ schnell dahintergekommen, weil ich das lebende Beispiel ja nur vor mir sitzen hatte.
00:31:42: Und bin da ja schnell eingeschritten.
00:31:44: Aber, ja, ich glaube ... Ja, sagt du?
00:31:49: Nein, aber das ist ja auch so, als hätte man mir eine vorher gesagt, na ja, das ist die Anstelle, die man gibt oder sonstiges.
00:31:56: Da hätte ich gesagt, wie geht das denn?
00:31:57: Das ist ja keine Infekt oder sowas.
00:31:59: Ich weiß genau, wie es geht, weil man sich einfach so... Man gibt sich für die Zeit, ich habe mich komplett aufgegeben für die Zeit, weil ich nur geguckt habe, dass das hier alles funktioniert, weil am Ende hast du ja trotzdem irgendwie noch deinen Alltag und deine Familie und dein Haushalt und so weiter und so fort.
00:32:17: und habe mich einfach zu hundertfünfzig Prozent zurückgenommen.
00:32:21: Also ich war quasi gar nicht gar nicht anwesend.
00:32:24: Also ich war nur noch so ein Schatten meiner selbst,
00:32:26: damit
00:32:27: ich dich wieder aufpeppeln.
00:32:28: Und dann war ich aber leider am Boden.
00:32:30: aufgrund dieser Zeit.
00:32:32: Haben wir auch wieder hingekriegt.
00:32:35: Und ich glaube, es hat viel dazu beigetragen, wie gut man sich selber kennenlernt.
00:32:41: Also das kann ich im Nachfeld sagen.
00:32:43: Wir kennen unsere Grenzen.
00:32:47: Und die sind... Man lernt, damit umzugehen, diese auch deutlich zu machen.
00:32:53: Das hätte man vor zwanzig Jahren, hättest du nicht irgendwann mal nein gesagt.
00:32:57: Das mach ich nicht, weil du, das wird mir einfach zu viel.
00:33:00: Hätte man nicht gemacht davor.
00:33:02: Man ist immer so geneigt, den Menschen dann immer so pippelplisermäßig irgendwie doches allen recht zu machen.
00:33:10: Und diese Erfahrung muss ich sagen.
00:33:12: Die hat uns krasser zusammengebracht, aber die hat auch dafür gesorgt, dass man sich besser kennenlernt.
00:33:17: Scheiße, die Zeit war.
00:33:19: Auf einer anderen Ebene.
00:33:20: Auf einer anderen Ebene.
00:33:23: Ich glaube, dass nach einer Betrachtung diese Zeit uns viel mehr gebracht hat als jede andere Reise, die wir gemeinsam unternommen haben.
00:33:32: Oder jede andere Erlebnis, was wir gemeinsam gemacht haben.
00:33:35: Gut geburt, natürlich auch was anderes, das bindet ihr auch.
00:33:39: auf eine andere Ebene, weil wenn der Geburtstag findet, das ist irgendwie Freude, man freut sich auf ein neues Leben, man muss sich neu anpassen.
00:33:47: Aber das war ... eine Situation, wo man natürlich eine Hilfslosigkeit vorhanden ist.
00:33:53: Also jemand, der heißt es in guten und nicht schlechten Zeiten.
00:33:56: Und ja, wenn man so die Generationen guckt, dann ist es nur die gute Seite.
00:33:59: Ja, man ist gefühlt, wollen immer auch alle nur die guten.
00:34:02: Die guten,
00:34:02: sobald schwer es ist, da hauen die alle ab.
00:34:05: Und das ist ein typisches Beispiel und das ist echt ein gutes Thema für ein Podcast.
00:34:11: Genau, in guten und nicht schlechten Zeiten.
00:34:15: Das waren wirklich ganz, ganz schlechte Zeiten.
00:34:17: Das war jetzt nicht sechs Monate und das war nicht drei Monate, sondern es war ganz kurz.
00:34:21: Und ich hab ja für den Bonus-Teil fällt mir was anderes ein.
00:34:26: Ja, nicht nur, wie ich damit umgegangen bin, sondern wie es dir gegangen
00:34:29: ist derzeit.
00:34:30: Gut, da können wir jetzt mal drüber reden.
00:34:32: Also, wer noch dranbleiben will, der muss einmal rüber hüpfen in den Bonus-Teil.
00:34:36: Der folgt jetzt gleich hin nach.
00:34:37: Und ansonsten sehen wir uns in der nächsten Folge.
00:34:40: Mit Kaffee-Tasse.
00:34:41: Mit Kappen vielleicht ein besseren Info
00:34:43: oder so.
00:34:43: Ah, weiß ich
00:34:44: nicht.
00:34:44: Dann weiß ich auch nicht.
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